Telefon +41 34 461 58 70                                      Liebe Natur-, Garten- und Pflanzenfreunde

Dahlienfeld-KarteHerzlich willkommen im Dahlienland.

Lebenskraft und Lebensfreude überall, denn es geht morgen endlich wieder los mit der Dahlien- und Kräuter-Vermehrung. Heute ist Sonntag und ich habe Zeit, meinen Aussaats- und Vermehrungsplan lt. Mondkalender zu erstellen. Wir vermehren 90% der Kräuter selbst und das, mit grossem Erfolg schon seit vielen Jahren strikte nach dem Mondkalender.

Aber zuvor noch schnell das neu erschienene Jahrbuch der DDFGG „studieren“. Überraschenderweise lese ich hier folgenden Artikel von Berend Meyer, welcher mir voll und ganz „aus dem Herzen spricht“ und was wir ebenfalls seit vielen Jahren in unserer Gärtnerei praktizieren. Diese interessanten Gedanken möchte ich Ihnen keinesfalls vorenthalten, nämlich:

Unkraut im Dahliengarten?

Dahliengärtner unterhalten sich nur selten über Unkraut. Auch in der Dahlienliteratur wird dieses Thema kaum angesprochen. Unkraut scheint kein grosses Problem zu sein. Dieses mangelnde Interesse ist allerdings auch verständlich. Dahlien werden jedes Jahr im Herbst ausgegraben und im Frühjahr wieder eingepflanzt, nachdem die Beete umgegraben worden sind. DiejenigenFlächen also, die für Dahlien reserviert sind, bleiben ständig in Bewegung und sind deshalb eigentlich unkrautfrei.

Grüss Gott 10JPGZumindest tiefer wurzelnde Unkräuter wie z.B. der Giersch, können sich nicht richtig ausbreiten, so wie dies in den mehrjährigen Staudenrabatten leider häufig der Fall ist, wo die Unkräuter sich dauerhaft in den Wurzeln der Zierpflanzen festsetzen wollen und nur schwer zu bekämpfen sind, wenn sie erst einmal die Wurzelflächen der Stauden erobert haben.

Im Sommer laufen natürlich schnell Unkräuter auf, die im Nu die freien Flächen vor und zwischen den Dahlien erobern. Man staunt jedes Jahr wieder, wie schnell das geht. Trotzdem sind diese neuen Unkräuter meist kein allzu grosses Problem. Sie haben sich noch nicht richtig festsetzen können und lassen sich leicht ausreissen. Dies sollte man übrigens, wenn möglich, mit der Hand tun. Mit der Hacke oder dem Grubber beschädigt man sehr schnell die Knollen und die sich daraus entwickelnden Haarwurzeln. Letztere kann man nicht richtig wahrnehmen und übersiehr sie leicht. Hacke und Grubber sollte man deshalb nicht dichter als ca. 50 cm an die Dahlien herankommen lassen und direkt an den Dahlien nur mit der Hand arbeiten. Hinzu kommt, dass die Dahlien, wenn sie dicht gepflanzt werden, zumeist ein geschlossenes Dach bilden, das ein grösseres Wachstum anderer Pflanzen und Wildkräuter gar nicht mehr zulässt.

Eine ganz andere Frage ist dabei, ob und wieweit man überhaupt Unkräuter im Garten dulden bzw. wie gründlich man seinen Garten „sauber“ halten soll. Viele Gärtner, die Zeit und keinen allzu grossen Garten haben, übertreiben dies masslos. Jedes Hälmchen wird entfernt und die Beete sind glatt und völlig unkrautfrei. Und wenn dann auf diese Weise zu viel von der Bodenoberfläche der direkten Witterung und Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist, versanden diese Flächen sehr schnell und sind biologisch tot. Sie halten auch keine Feuchtigkeit mehr und verlieren jeden Humusgehalt.

Deshalb sollte man es durchaus wagen, Unkräuter – in Massen – stehen zu lassen. Sie sorgen für die viel beschworene Bio-Diversität, halten die Feuchtigkeit im Boden und setzen die Verdunstung herab. In der freien Natur gibt es schliesslich auch keine völlig freien Flächen. Nur in der Wüste.

Gärtli normalDer zunächst etwas befremdlich klingende Spruch „Misstraue jedem Garten, in dem kein Unkraut wächst“ ist nicht völlig unbegründet. „Saubere Gärten“ sind oft nur tot. Es ist kein Bodenleben mehr vorhanden. Man kann freie Flächen natürlich mit Mulch und Bodendeckern schützen. Dies hat aber auch Nachteile, insbesondere Mulch sollte man nicht direkt an die Dahlien heranbringen. Das wird auch, soweit ich weiss, in keinem der grossen Dahliengärten mehr durchgeführt.

Ein weiterer Vorteil bei nicht zu gründlicher Unkrautbekämpfung ist der Umstand, dass man die Chance erhält, bestimmte durchaus erwünschte Pflanzen im Garten zu behalten. Bei mir läuft seit Jahren immer sehr viel einjähriger Mohn auf (Papaver somniferum). Auch die grossen Königskerzen (Verbascum), Kamille, Fingerhüte, Vergissmeinnicht und etliches mehr erscheinen und verschönern dann die Zeit bis zur Dahlienblüte. Auf diese „Zugaben“ möchte ich nicht verzichten und betrachte deshalb mein Unkraut mit grosser Gelassenheit. Alles hat seine negativen, aber auch seine positiven Seiten.

Nun wünsche ich Ihnen viel Freude beim Planen Ihres Gartens und Ihres Balkons, auf dieser Website finden Sie unsere aktuellen Dahlien-und Kräuterlisten „zum Stöbern“ und Auswählen, viel Vergnügen.

Elisabeth Brändli-Bärtschi